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Videokonferenz versus Webinar

8 Jahre Online Trainings - ein Erfahrungsbericht


Business Coaching online
Claudia Lückenotto im Onlinetraining

Corona sei Dank! Plötzlich sind alle online! Live-Webinare, Video Meetings mit Zoom, Skype, MS Teams, Social Learning oder Videobotschaften auf LinkedIn und Co.

Endlich werden wir gezwungen, uns mit Homeoffice Lösungen, dem Thema New Work und der persönlichen Digitalsisierung zu beschäftigen. Doch was hier so auf den ersten Blick positiv anmutet, birgt meiner Meinung nach jedoch folgende Gefahr:

 

Wir reden von Online... und meinen etwas anderes! ... Meeting, ...Seminar, ...Webinar, ...eLearning? Wo genau liegen die Unterschiede und was ist wofür konkret geeignet?

 

Genau diese Fragen werde ich in meinem heutigen Blogbeitrag beleuchten und hoffe, vor allem denen einen tieferen Einblick zu gewähren, für die sich derzeit noch "online = alles gleich" anfühlt.

 

Video Meeting - Die perfekte Homeoffice Vernetzung

Im Business sind Video Meetings ein schneller und einfacher Weg mit Kollegen, Geschäftspartnern und Kunden in Kontakt zu bleiben, Informationen auszutauschen und Meetings durchzuführen. Heute habe ich im Social Web sogar die Headline gelesen "Sind Videomeetings effizienter als Telefonate?"

 

Dazu mein Erfahrungsbericht: Gestern habe ich ein 3-stündiges Coaching durchgeführt. Mit einer mir unbekannten Teilnehmerin. Wir begannen am Telefon. Das gestaltete sich als schleppend. Nach kurzer Einführung wechselten wir zur Video Konferenz - ab da lief es für beide Seiten irgendwie leichter. Ein Nicken, das Lächeln, Blickkontakt. Körpersprache ist elementar, das Bild verstärkt. Nach einer Weile fühlten wir uns wohl. Stellt sich die Frage: Ist das immer so? Natürlich nicht! Bei der Effizienz steht doch da Frage nach dem Ziel und den Rahmenbedingungen.

 

Video Meetings - ein Überblick

 

Systeme: Zoom, MS Teams, Skype, Facetime, WhatsApp Video usw.

Anforderung: simple  

Teilnehmer:  Je mehr Personen im Video Meeting sind, desto unübersichtlicher. Performance Probleme bei schwacher Internetverbindung.

Funktionen: Video, Chat, Bildschirm teilen, Gruppen, Whiteboard

Zielgruppe: Sehr gut geeignet für Teams oder Personen, die sich kennen! Bringen Sie jedoch eine Gruppe zusammen, die sich noch nicht kennt, kann es zu "gefühlten" Unterschieden kommen, aufgrund fehlender Kamera oder fehlender Bereitschaft die Kamera zu teilen.

Dauer: für kurze bis ca. 3-stündige Meetings geeignet

Datenschutz: Aufgrund der Tatsache, dass die Serverstandorte der meisten Anbieter nicht in Deutschland sind, werden diese bei AZAV zertifizierten Bildungseinrichtungen (noch) nicht offiziell zugelassen

Headset: wird nicht zwingend benötigt. Vorteil ohne Headset: Der Veranstalter kann sich frei bewegen, etwas zeigen o.ä. Vorteil mit Headset: Die Stimme klingt wärmer, näher.

 

 

Webinare - Fokus auf den Inhalt

Webinare sind ebenfalls live, aber meist ohne das Teilen der Kamera. Hier geht es ausschließlich um den Inhalt. Wichtig ist, dass es eine für die Teilnehmer nachvollziehbare visuelle Begleitung des Gesprochenen gibt (PowerPoint Folien, Live-Screen o.ä.) Der Veranstalter teilt eine vorbereitete Präsentation, die Schritt für Schritt erklärt wird. Es gibt Systeme, in denen auch die Kamera übertragn wird, andere arbeiten mit Bild oder ohne. Die Kamperaübertragung steht hier aber nicht im Mittelpunkt. Es gibt ein klares Webinarziel, z.B. Vorstellung des neuen Tools.

 

Stellt sich die spannende Frage: Lassen sich klassische Präsenztrainings als Webinar durchführen? Und zwar so, dass sich meine Teilnehmer nach 8 Unterrichtseinheiten ebenso begeistert aus dem Seminar verabschieden, wie aus einem Präsenztraining?

 

Dazu habe ich eine klare Antwort: ES KOMMT DARAUF AN!

Die drei wichtigsten Punkte zum Durchführen erfolgreicher Webinare

 

1. Der Veranstalter/ Trainer/ Dozent benötigt ein leistungsfähiges System. Dieses ermöglicht dem Veranstalter viel Flexibilität, eine gute Usability und jederzeit einen 360-Grad-Überblick, über die Webinar-, Bzw. Trainingssituation. In einfachen Systemen fühlt man sich als Veranstalter beinahe blind, in guten Systemen hat der Coach jederzeit die Kontrolle und ist zudem in der Lage ein methodenreiches und dialog-orientiertes Webinar zu gestalten. Insofern gewünscht und vom Veranstalter erklärter Qualitätsanspruch. Theoretisch lässt sich natürlich beinahe alles online bringen, praktisch sollte jedoch kritisch hinterfragt werden, ob es wirklich sinnvoll ist und tatsächlich den gewünschten Effekt bringt.

 

2. Der Veranstalter/ Trainer/ Moderator benötigt Erfahrung

Ich führe seit 2013 Onlineseminare in verschiedenen Themen durch, habe seitdem über 1.000 Menschen auch ganztägig begleitet, bin versiert in der Adaption klassischer Inhalte auf Online. Und doch muss auch ich mich in jedes neue System erst einarbeiten, um souverän navigieren zu können.

 

3. Motivierte Teilnehmer

Beim Webinar sollten wir von einer hohe Eigenmotivation und Eigenverantwortung des Teilnehmers ausgehen dürfen, sonst schweift dieser in Privates, das Lesen von Mails, einer kleinen Kaffeepause, YouTube oder ähnlichem schnell ab.

 

5 grundsätzliche Tipps zu Video Konferenzen & Onlinetrainings

Obwohl es Unterschiede gibt, sind einige Punkte identisch und meiner Meinung nach deshalb grundsätzlich empfehlenswert:

 

1. Schalten Sie das Handy auf Flugmodus oder vom PC/ Mac weit weg legen, sonst kommt es zu Störungen!

2. Benutzen Sie ein Headset! Ihre Stimme hat definitiv mehr Wirkung.

3. Nutzen Sie, wenn möglich, das LAN-Kabel. Sobald Ihre Kinder Xbox spielen oder der Nachbar TV streamt "flimmert" sonst Ihre Leitung! Im schlechtesten Fall "fliegen sie raus".

4. Fragen Sie sich im Vorfeld "Was ist das heutige Ziel?" und bereiten Sie sich entsprechend vor.

5. Bei Videos: vermeiden Sie Licht von hinten. Webinar, ohne Live-Bild: Modulieren Sie mit der Stimme!

E-Learning und Virtuelle 3D Meeting- und Lernwelten

Sie sind zuständig für die Personalqualifizierung, leiten ein Team oder gar ein Unternehmen und planen in Zukunft mehr Digitalisierung in Ihre Trainingsmaßnahmen einfließen zu lassen? Dann bleiben Sie gespannt! Zum Thema Blended Learning habe ich bereits einen Blogpost verfasst. Im Zuge dessen gibt es noch weitere, sehr spanndende und effiziente Methoden, wie eLearning und virtuelle 3D Meeting- und Lernwelten. Über diese berichte ich im nächsten Blogbeitrag.

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zum Beitrag? Dann freue ich mich auf Ihre Email.